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Ungerdorf

 

Von Rot und Silber gevierter Schild, darin farbverwechselt ein gespannter altungarischer Reflexbogen mit schrägrechts eingelegtem Pfeil“

 

Ungerdorf wird 1220/30 erstmals schriftlich überliefert; es war Teil des ausgedehnten Kammergutes der steirischen Landesfürsten im unteren Laßnitz- und Rabnitztal, wo 1233 Herzog Friedrich II. das benachbarte,karolingerzeitliche Flöcking der von ihm gestifteten Deutschordenskommende am Leech zu Graz gab. Bis zur Errichtung der Pfarre Gleisdorf (genannt 1229) gehörte Ungerdorf zur Pfarre St. Ruprecht an der Raab und bis,zur Errichtung des Landesgerichtes Feldbach (14./15. Jahrhundert) zum Landgericht am Raaberboden, um dann sein nordwestlicher Ort zu werden.

Noch im 13. Jahrhundert setzte die Grundaufsplitterung ein. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Niklas der Riegersdorfer, landesfürstlicher Pfleger zu Fürstenfeld, neben den Herren von Pernegg und vermögenden Grazer Bürgern, wie der Kochel und Seidennahtern, Grundherr geworden. Ungerdorf verödete im Spätmittelalter weitgehend, das zugehörende Frankenberg (1268/69 Franchenberge) ganz. Das Gebiet wurde beim Durchzug der Türken an 1532 arg betroffen. Nach raschem Wechsel der Grundherren wurden im Mittelalter noch das Augustinerkloster Fürstenfeld , in der Neuzeit Freiberg, Oberflatnitz und Mühlhausen Eigentümer zu Ungerdorf, wo unter dem Frankenberg Mühlhausen zur Blütezeit der Gutswirtschaft um 1600 einen Meierhof errichtete.

In zu Römerzeit besiedeltem Gebiet gelegen, bei der Materialaufbringung für die Südautobahn wurden Hügelgräber zerstört, entwickelte sich Ungerdorf aus einem Hof, der sich noch im 17. Jahrhundert von den Huben abhob. Das Bestimmungswort seines Namens bedeutet demnach noch Gehöft, mußte somit noch vor 1100 entstanden sein. Zudem bewahrt es den Namen der im 10. Jahrhundert eingebrochenen Ungarn, wenn es nicht überhaupt aus einer ungarischen Grenzwächtersiedlung, was der abgekommene Flurnahme Schützenberg

nahelegt, hervorgegangen ist und überdies Frankenberg auf Besiedlung in fränkisch-karolingischer Zeit hinweist.

Um der gegenständlichen Benennung von Ungerdorf und Frankenberg gerecht zu werden, wurde der altungarische Reflexbogen auf den von Rot und Silber gevierten Schild gelegt, dessen Farben dem Rennfähnlein des Herzogtums Franken entlehnt wurde.

Entwurf des Wappens: Heinrich Purkarthofer, Graz

 

Das Gemeindewappen wurde an die Gemeinde Ungerdorf am

2. Juli 1990 anlässlich der Eröffnung des Gemeindeamtes von Landeshauptmann Dr. Josef Krainer  verliehen.

Luftbilder